Steuern auf Erträge aus Glücksspiel in Deutschland

Steuern auf Erträge aus Glücksspiel in Deutschland

Das Glücksspiel floriert in Deutschland, ganz gleich ob in der Zockerbude im eigenen Kiez.

Glücksspiel

Das Glücksspiel floriert in Deutschland, ganz gleich ob in der Zockerbude im eigenen Kiez oder beim Internet Casino mit Slot Spielen und Pokertischen. Der Glücksspielmarkt verzeichnet allein in Deutschland einen Bruttogewinn von mehr als zehn Milliarden Euro pro Jahr. Nicht inkludiert ist dort der Umsatz des staatlichen und privaten Wett- und Lotteriewesens, das einen Umsatz in gleicher Größenordnung verzeichnet.
Zwar rangiert Deutschland im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld, was den Umsatz in der Glücksspielbranche betrifft. Innerhalb Europas gehört die Bundesrepublik hinter Italien und Großbritannien jedoch zu den drei größten Märkten. Bei den gigantischen Umsätzen ist klar, dass auch der Fiskus ein Auge auf die Branche wirft. Aber müssen deutsche Glücksspieler ihre Gewinne versteuern?

Generell steuerfrei

Die gute Nachricht zuerst: Wer in einem deutschen Casino, bei der staatlichen Lotterie oder im Internet einen Gewinn erzielt, muss diesen nicht steuerlich geltend machen. Gleiches gilt auch für Gewinne aus Glücksspielen, die bei Unternehmen und Institutionen innerhalb der Europäischen Union erzielt wurden. Geregelt ist die Steuerfreiheit aller in Deutschland und der EU erzielten Glücksspielgewinne im Umsatzsteuergesetz (UstG) unter § 4 Nr. 9b.
Die Höhe des Gewinns spielt dabei keine Rolle. Weder der kleine Erlös im dreistelligen Bereich noch der Jackpot im Wert eines Einfamilienhauses muss steuerlich geltend gemacht werden. Steuern zahlen müssen einzig die Unternehmen, die Glücksspiel anbieten. Sie sind verpflichtet, eine Umsatzsteuer auf die erzielten Umsätze an das Finanzamt abzuführen. In einigen Staaten der europäischen Union wird zudem eine besondere Glücksspielsteuer fällig.

Ausnahmen der Steuerfreiheit

Jede Regel hat ihre Ausnahme, Gleiches gilt auch bei der Versteuerung von Gewinnen aus Glücksspiel. Wer als Berufsspieler unterwegs ist, muss die Einnahmen steuerlich geltend machen. Fließen regelmäßig größere Summen auf das eigene Bankkonto, so wertet das Finanzamt das Glücksspiel als Selbstständigkeit. Gleiches gilt für Gewinne, dessen Höhe regelmäßig das Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit übersteigen. In diesem Fall muss der Gewinn in der Einkommensteuer angegeben werden.

Steuernachzahlung möglich

Für den gewöhnlichen Glücksspieler gilt die Steuerfreiheit, der Gewinn aus dem Online Casino oder der Lotterie kann im vollem Umfang verwendet werden. Berufsspieler sollten sich hingegen beim Finanzamt eine Steuererklärung abgeben.
Wer als Berufsspieler per Gerichtsbeschluss eingestuft wird, muss die Steuern nicht nur für das laufende Kalenderjahr entrichten. Die Steuer kann auch nachwirkend auf alle Gewinne der letzten Jahre erhoben werden, samt Nachforderungszinsen. Völlig ausgenommen von der Steuerfreiheit sind generell zudem Gewinne, die außerhalb der Europäischen Union erzielt wurden. Gewinne, die bei einem Anbieter ohne Glücksspiellizenz der EU erzielt wurden, müssen beim Zoll angekündigt werden.

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