Büromieten stiegen auch im Corona-Jahr 2020

Gewerbe-Immobilien-Index 2020: Anstieg der Angebotsmieten zwischen 3 und 10 Prozent in den zwölf größten deutschen Bürostandorten.

Gewerbe-Immobilien-Index 2020

Berlin (ots) – Trotz Corona-Pandemie sind die Büromieten im Jahr 2020 in der bundesweiten Betrachtung weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete ImmoScout24 Gewerbe einen Anstieg der Angebotsmieten zwischen 3 und 10 Prozent in den zwölf größten deutschen Bürostandorten. Im zweiten Halbjahr 2020 nahm die Preisdynamik etwas ab. Das zeigen die Daten des Mietpreisindex für Gewerbeflächen (GIMX), den ImmoScout24 Gewerbe zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) halbjährlich herausgibt.

In Leipzig und Dresden stiegen die Büromieten 2020 am stärksten

Besonders stark ausgeprägt waren die Zuwächse im Gesamtjahr 2020 in den ostdeutschen Großstädten Leipzig und Dresden. In Dresden verteuerten sich die Büromieten bei der Neuvermietung im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent. In Leipzig wurden Büroimmobilien im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent teurer angeboten. Köln verzeichnete ein Plus von 6,0 Prozent im Vergleichszeitraum.

Die Zuwächse an den anderen untersuchten Bürostandorten Berlin, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart lagen bei etwa 3 bis 4 Prozent. Den geringsten Preiszuwachs verzeichnete Dortmund mit 2,7 Prozent. Düsseldorf lag mit einem Anstieg der Angebotsmieten von 2,9 Prozent ebenfalls knapp unter der 3-Prozent-Grenze.

“Dass die Büromieten auch im Corona-Jahr 2020 weiter gestiegen sind, überrascht auf den ersten Blick. Es deckt sich aber mit den Erfahrungen des letzten Jahres: Homeoffice kann den Arbeitsplatz im Büro auf Dauer nicht vollständig ersetzen. In der Zusammenarbeit von Teams vor Ort entsteht häufig mehr Kreativität und Produktivität. Der Bedarf an Büroflächen bleibt daher bestehen. Zukünftig müssen Büros aber insgesamt flexibler gestaltet sein und mehr Kommunikationsflächen sowie Raum zum Einhalten von Abstandsregeln bieten”, erklärt Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24.

Zweites Halbjahr mit abnehmender Dynamik

Auf Basis der Angebotsdaten von ImmoScout24, dem führenden Immobilien-Marktplatz in Deutschland, zeigte sich zugleich, dass sich die Dynamik an Büroimmobilienmarkt im zweiten Halbjahr 2020 abgeschwächt hat. An acht von zwölf Standorten stagnierte die Entwicklung der Büromieten mit Werten zwischen minus 0,6 Prozent (München) und plus 1,7 Prozent (Essen und Leipzig).

Demgegenüber ist der Anstieg der Angebotsmieten in Dresden mit 7,4 Prozent vor allem auf das zweite Halbjahr zurückzuführen, nach stagnierender Entwicklung im ersten Halbjahr 2020 und im Jahr 2019. Auch in Düsseldorf (+2,6 Prozent), Hannover (3,1 Prozent) und Dortmund (2,6 Prozent) zog die Preisdynamik auf den Büromärkten im zweiten Halbjahr wieder an.

Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanz- und Immobilienmärkte beim Institut der deutschen Wirtschaft, sagt zu den Ergebnissen des aktuellen GIMX: “Der Büroimmobilienmarkt ist sehr gut durch die bisherige Krise gekommen, in allen betrachteten Standorten stiegen die Mieten weiter. Für die Zukunft kommt es in diesem Segment vor allem darauf an, den Anforderungen an die neue Arbeitswelt gerecht zu werden.”

Höchste Büromieten in München, niedrigste in Essen

Betrachtet man das Mietniveau auf Basis der durchschnittlichen Angebotspreise werden die höchsten Büromieten im zweiten Halbjahr 2020 in München mit 22,61 Euro pro Quadratmeter und in Berlin mit 21,63 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Frankfurt am Main folgte an dritter Stelle der teuersten Büromieten im Vergleichszeitraum: Hier wurden 18,74 Euro pro Quadratmeter verlangt. Die vergleichsweise niedrigsten Büromieten ließen sich Ende 2020 in Essen mit 9,99 Euro pro Quadratmeter finden. Leipzig und Dresden rangierten mit im Schnitt 10,48 Euro bzw. 10,75 Euro pro Quadratmeter ebenfalls im unteren Bereich.

Methodik des GIMX

Der GIMX ist ein Gemeinschaftsprojekt von ImmoScout24 Gewerbe und dem Institut der deutschen Wirtschaft. Die Grundidee des GIMX Index basiert auf dem methodischen Vorgehen von Deschermeier et al. (2014) und zeichnet die Preisentwicklung unter Anwendung der hedonischen Methode nach, die sich als gängiger Standard der Immobilienpreisbeobachtung etabliert hat. Dabei werden mittels Regressionsverfahren qualitätsbedingte Preisveränderungen ausgeschlossen. Seit 2020 wird das hedonische Preismodell des GIMX in Form des räumlich-ökonometrischen Spatial Durbin Error Modells (SDEM) (siehe Oberst/Voigtländer, 2020) jeweils für benachbarte Zeitperioden separat geschätzt (Adjacent-Period-Methode, siehe Triplett, 2006). Das SDEM wird den spezifischen Anforderungen an die kleinteiligen räumlichen Nachbarschafts- und Lageeffekte auf den Immobilienmärkten besser gerecht, und die Zeitperiodenmodellierung ermöglicht die Abbildung möglicher Präferenzverschiebungen im Zeitverlauf und im Zuge des Strukturwandels. Die prozentualen Wachstumszahlen beziehen sich jeweils auf den qualitäts- und lagebereinigten hedonischen Mietindex. Das Mietniveau wird als Durchschnittsmieten in Euro angegeben. Datengrundlage für die Analyse sind inserierte Gewerbeobjekte, wodurch im GIMX im Vergleich zu anderen Datenangeboten auch der kleinteiligere Gewerbeimmobilienmarkt Berücksichtigung findet.

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