Parken steht vor einem radikalen Umbruch. Was jahrzehntelang als technischer Nebenschauplatz galt, wird zur strategischen Kernfrage.
Parken steht vor einem radikalen Umbruch. Was jahrzehntelang als technischer Nebenschauplatz galt, wird zur strategischen Kernfrage für Städte, Betreiber und Mobilitätsplattformen: der Bezahlprozess. Neue EU-Regulierungen, Instant Payments, digitale Wallets, E-Mobilität und grenzüberschreitende Mobilität erhöhen die Komplexität – während Nutzer:innen kompromisslose Einfachheit erwarten. Fragmentierte Zahlungssysteme bremsen Innovation, verschlechtern die Customer Experience und gefährden Erlösmodelle. Jonas Suijkerbuijk, Gründer und CEO vom Zahlungsdienstleister Billogram, ordnet ein, warum Payments im Park- und Mobilitätsumfeld längst kein Backoffice-Thema mehr sind, sondern zur strategischen Infrastruktur moderner Städte werden. Wer Zahlungsprozesse nicht integriert, automatisiert und skaliert, verliert Wettbewerbsfähigkeit – deutlich vor 2030.
Parken befindet sich mitten in einem grundlegenden Strukturwandel. Was früher ein isolierter Vorgang war, von Ankommen über Ticketziehen bis hin zum Bezahlen, ist heute Teil einer durchgängigen Mobilitätsreise. Denn Parken verschmilzt mit Navigation, E-Ladeinfrastruktur, Abonnementmodellen, Sharing-Angeboten und zunehmend auch mit grenzüberschreitender Nutzung. Für diese Nutzer:innen zählt dabei nicht mehr der Parkplatz selbst, sondern ob Mobilität insgesamt reibungslos, verständlich und fair funktioniert. Während Städte und Betreiber also stark in smarte Parksysteme, Sensorik und digitale Services investieren, bleibt ein zentraler Baustein häufig unterentwickelt: der Zahlungsprozess. Viele Zahlungslösungen sind historisch gewachsen, national fragmentiert und operativ komplex. Unterschiedliche Zahlarten, fehlende Echtzeitfähigkeit, manuelle Abgleiche und steigende regulatorische Anforderungen sorgen im Tagesbetrieb ebenso wie beim Nutzererlebnis für Reibung. Die wiederum wirkt sich direkt auf Erlöse, Skalierung und Akzeptanz neuer Mobilitätsangebote aus. Mit genau diesen Herausforderungen befasst sich Jonas Suijkerbuijk seit mehr als einem Jahrzehnt. Als Gründer und CEO von Billogram verantwortet er den Aufbau einer europäischen Zahlungs- und Abrechnungsplattform, die täglich große Transaktionsvolumina in regulierten Märkten verarbeitet. Billogram arbeitet branchenübergreifend mit Unternehmen zusammen, die mit wiederkehrenden Zahlungen, hoher Komplexität und strengen regulatorischen Vorgaben konfrontiert sind – darunter Energieversorger, Telekommunikationsanbieter, Versicherungen und zunehmend auch Mobilitätsdienstleister. Mehrere Zahlungsmethoden, eingeschränkte Echtzeitfunktionen, manuelle Abstimmungen und steigende regulatorische Anforderungen führen zu Reibungsverlusten – sowohl im täglichen Betrieb als auch in der Benutzererfahrung. Diese Reibungsverluste wirken sich direkt auf den Umsatz, die Skalierbarkeit und die Akzeptanz neuer Mobilitätsdienste aus. „Der Bezahlvorgang ist der sensibelste Moment der gesamten Mobilitätsnutzung“, erläutert Suijkerbuijk. Für ihn ist das oft der einzige direkte Kontaktpunkt zwischen Betreiber und Nutzer: „Wenn dieser Moment nicht funktioniert, entsteht unabhängig davon, wie modern Parkflächen, Apps oder Schranken sind, Frust bei Autofahrern.“ Aus dieser Erfahrung heraus betrachtet Billogram die Zahlung nicht als einzelne Transaktion, sondern als strategische Infrastruktur, die Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit und Kundenzufriedenheit gleichermaßen bestimmt.
Wichtig: Bezahlvorgänge sind Teil der Mobilität – nicht ihr Anhang
Ob Parken, Laden oder multimodale Nutzung: Zahlungen sind heute integraler Bestandteil des Nutzungserlebnisses. Nutzer:innen erwarten Echtzeitzahlungen, vertraute Wallets, lokale Zahlarten und eine transparente Abrechnung. Und das auch über Ländergrenzen hinweg. „Payments prägen, wie Mobilität wahrgenommen wird. Wer Zahlungsprozesse strategisch aufsetzt, schafft die Grundlage für neue Services, flexible Preismodelle und stabile Erlösströme“, erklärt Suijkerbuijk den Prozess. Für Betreiber und Kommunen sind Bezahlmechanismen damit der Enabler neuer Mobilitätskonzepte und nicht nur reine Abwicklungsfunktion. Parallel dazu entwickelt Billogram derzeit eine Lösung zur Betrugsbekämpfung, da Zahlungsbetrug für Mobilitätsanbieter zu einer immer größeren Herausforderung geworden ist.
Unbequem, aber entscheidend: Fragmentierte Systeme bremsen Betreiber aus
Viele Parkraumbetreiber arbeiten noch mit getrennten Lösungen für Abrechnung, Zahlungsabwicklung, Mahnwesen und Reporting. Diese Fragmentierung verursacht laut Experten hohe Betriebskosten, erschwert regulatorische Compliance und verlangsamt Innovation: „Niemand akzeptiert 2030 fünf unterschiedliche Bezahlprozesse für eine einzige Mobilitätsreise“, so Suijkerbuijk. Laut ihm geraten Betreiber ohne integrierte, skalierbare Payment-Infrastruktur wirtschaftlich und strategisch ins Hintertreffen: „Nutzer vergleichen Parken nicht mehr mit dem Parkhaus nebenan, sondern mit digitalen Plattformen, bei denen Bezahlen im Hintergrund verschwindet.“
Regulierung als Wettbewerbsvorteil wird oftmals unterschätzt
Neue europäische Vorgaben wie PSD3, SEPA Instant oder digitale Identitäten erhöhen den Modernisierungsdruck auf Zahlungsprozesse. Gleichzeitig schaffen sie die Basis für Automatisierung, Sicherheit und Effizienz. „Regulierung trennt Vorreiter von Nachzüglern“, betont der Billogram CEO Suijkerbuijk und fährt fort: „Wer frühzeitig investiert, stabilisiert Zahlungsflüsse, reduziert operative Reibung und gewinnt Vertrauen bei Nutzer:innen und öffentlichen Akteuren.“ Laut Suijkerbuijk entscheidet sich die Zukunft des Parkens in Deutschland womöglich nicht im Parkhaus, sondern im Zahlungsprozess: Moderne, integrierte Payment-Systeme sind die Voraussetzung für wirtschaftlichen Betrieb, skalierbare Mobilität und Akzeptanz neuer Services. Wer sie ignoriert, verliert vielleicht die Wettbewerbsfähigkeit – lange bevor 2030 erreicht ist.
Über Billogram
Billogram wurde 2011 von Jonas Suijkerbuijk gegründet und ist ein schwedisches Unternehmen, das eine innovative SaaS-Plattform für Rechnungsstellung, Zahlungsabwicklung und Kundenmanagement anbietet. Das Unternehmen wurde gegründet, um veraltete Zahlungsprozesse und traditionelle PDF- und Papierrechnungen durch neue digitale und interaktive Alternativen zu ersetzen. Ziel ist es, die Kundenzufriedenheit zu steigern, Mahnungen zu reduzieren und den Papierverbrauch zu senken. Das Angebot von Billogram richtet sich sowohl an mittelständische als auch an große Unternehmen, insbesondere in Branchen mit wiederkehrenden Zahlungen wie Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen. Ursprünglich in Schweden gegründet, ist Billogram mittlerweile in mehreren europäischen Ländern aktiv. Das Unternehmen beschäftigt derzeit über 100 Mitarbeiter in seiner Zentrale in Stockholm.
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