Nichts Neues bei der EZB

Hand-hält-GeldfächerSparer, welche die Hoffnung hatten, die positiven Äußerungen von Mario Draghi in Bezug auf die Erholung der europäischen Konjunktur würden auch eine Zinswende mit sich bringen, wurden einmal mehr enttäuscht. Die Europäische Zentralbank ist weit davon entfernt, am Zinsrad zu drehen.

Erholung ist nicht gleich Aufschwung

Mario Draghi äußerte im März 2014, dass es bei den Volkswirtschaften in der Eurozone durchaus Anzeichen für eine Erholung gäbe. Wenn er diese Aussage auf die Entwicklung der Inflationsrate bezieht, mag er aus Verbrauchersicht durchaus recht haben. Mit einem Kaufkraftverlust von nur 0,8 Prozent im Monat Februar wurden die Privathaushalte deutlich geschont, als gesunde Entwicklung lässt sich diese Zahl jedoch nicht interpretieren. Nach Aussagen des Zentralbankrates ist eine Inflationsrate von leicht unter zwei Prozent erstrebenswert. Weshalb, ist leicht erklärt. Eine steigende Nachfrage, die in der Regel auch steigende Preise mit sich bringt, setzt entsprechende Einkommen bei den Privathaushalten voraus. Einkommen wiederum werden durch Arbeit generiert, heißt, es ist ein Beschäftigungsstand vorhanden, der zufriedenstellen ist. Griechenland und Südeuropa zeigen, wie das Gegenteil funktioniert. Keine Arbeitsplätze bedeutet kein Einkommen. Kein Einkommen bedeutet keine Nachfrage, keine Nachfrage führt zu Stagnation und Deflation. Was die Unternehmen benötigen, sind Gelder, um investieren zu können. Die Banken könnten aufgrund der niedrigen Refinanzierungskosten diese Gelder zur Verfügung stellen, scheuen aber die Kreditausfallrisiken. Ein Anziehen der Leitzinsen, um den Sparern entgegenzukommen, wäre allerdings Gift für die Konjunktur.

Wie können Anleger gegensteuern?

In der Masse liegen die Zinsen für Tagesgelder noch weit unter der Inflationsrate, das heißt, jährlich werden Milliarden an Sparguthaben vernichtet. Gefragt ist die Eigeninitiative der Anleger, sich auf dem Fachportal Tagesgeldzinsen.com umzuschauen, welche Banken noch eine Rendite oberhalb des Kaufkraftverlustes anbieten. Es gibt diese Unternehmen durchaus noch, allerdings zählen die Banken und Sparkassen vor Ort nicht dazu. Direktbanken, darunter viele ausländische Institute bieten ihren Anlegern durchaus attraktive Zinsen. Wer jedoch Beträge jenseits der 100.000 Eurogrenze investieren möchte, sollte bedenken, dass Banken mit Geschäftssitz außerhalb Deutschlands die Einlagensicherung nur in Höhe der von der Europäischen Union vorgeschriebenen Mindesthaftungssumme erfüllen. Sinnvoll ist es daher, entweder die Einlagen aufzuteilen, oder in voller Höhe bei einem deutschen Institut zu hinterlegen. Solange seitens der EZB keine Veranlassung besteht, die Refinanzierungszinsen für Banken zu erhöhen, solange wird sich auch im Einlagengeschäft für private Kunden nichts entscheidend Positives ändern. Im Gegenteil, Mario Draghi dachte bereits laut darüber nach, einen Strafzins auf die Einlagen der Kreditinstitute bei der EZB zu erheben, um so eine Kreditvergabe an die Wirtschaft zu erzwingen. Träfe dieses ein, kämen möglicherweise sogar noch Gebühren für Tagesgeldkonten auf die Kunden zu.

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