Zinsprognose für Tagesgeld 2013 Tendenz stabil bis leicht positiv

2013 dürfte es bei Tagesgeld und Festgeld mit den Zinsen wieder leicht aufwärtsgehen

(ddp direct) Die Medien haben sich in 2012 mit Artikeln über Zinsreduktionen bei Tagesgeld und Festgeld, zuletzt in Tagesabständen, überboten. Nicht ohne Grund, denn die Tagesgeld Zinsen sind in 2012 tatsächlich von 2,75% (Moneyou) am Anfang des Jahres auf 2,20% (Rabodirect) im Oktober gefallen.
Im Durchschnitt liegt der Tagesgeldzins mittlerweile bei rund 1,30%. Gerade auf diese sehr magere durchschnittliche Tagesgeldverzinsung wird vielfach Bezug genommen und man setzt sie mit der Inflationsrate von rund 2,0% in Deutschland in Relation. Das Resultat ist in der Darstellung ein deutlicher Kaufkraftverlust und als Empfehlung wird geraten, das Kapital in Sachwerte umzuschichten.


Dabei ist kein Anleger gezwungen ein Tagesgeldkonto bei einer Bank zu eröffnen, die niedrige Zinsen bietet. Denn die in den Medien angegebenen Durchschnittswerte eignen sich nur bedingt die Zinsen oder auch Vermögen angemessen zu beschreiben. So beträgt laut einer aktuellen Pressemitteilung der Bundesbank, das aktuelle Geldvermögen eines jeden Bundesbürgers rund 60.000 Euro. Der Vergleich mit dem eigenen Geldvermögen offenbart die Bedeutung von Mittelwerten, ohne dass weitere statistische Angaben wie Medianwert, Standardabweichung etc. angegeben werden, um die Verteilung in der Grundgesamtheit besser einschätzen zu können.

Wie geht es in 2013 mit den Tagesgeld Zinsen weiter?
Die Redaktion von tagesgeldvergleich.com sieht für die Entwicklung der Zinsen bei Tagesgeld 2013 keine weiteren Zinssenkungen. Im Gegenteil, wir erwarten aufgrund der sich abzeichnenden Stabilisierung der EU-Währungsschuldenkrise auch eine Stabilisierung der Tagesgeld Zinsen. Die EZB dürfte nach dem jetzigen Stand die Leitzinsen nicht weiter senken, um die Liquidität nicht weiter zu erhöhen. Die Ankündigung des unlimitierten Anleihenaufkaufprogramms durch die EZB hat nach einer Phase der Gefahr des Zerfalls der EU-Währungszone im Sommer 2012, inzwischen vertrauensbildend gewirkt. Wenn durch diese Maßnahme auch der Kapitaltransfer aus den EU-Südländern in die EU-Nordländer zum Erliegen kommt und wieder vermehrt eigene Investitionen in Griechenland, Spanien, Italien und Portugal erfolgen, sollten auch die Zinsen in Deutschland in der zweiten Hälfte 2013 wieder leicht ansteigen. Für Bundesanleihen ist diese Entwicklung am langfristigen Ende bereits als Trend zu beobachten.
Voraussetzung für dieses Szenario sind weitere Anstrengungen das Staatsschulden-Dilemma einzudämmen, durch Haushaltskonsolidierungen, Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Südländer sowie weitere fiskal- und haushaltspolitische Maßnahmen. Sollte Griechenland doch noch aus dem EU-Währungsverbund austreten, könnte die Abwärtsspirale wieder in Gang kommen. Momentan sieht es aber nicht danach aus.

Zinstrend: leicht optimistisch
Mit etwas Glück wird sich die augenblickliche makroökonomische Lage in der EU weiter stabilisieren und die Tagesgeldzinsen werden 2013 nach einigen Monaten der Stagnation auf dem aktuellen Niveau wieder leicht steigen. Allerdings dürften dabei die Zinsen die 2,50% nicht überschreiten. Da inzwischen viele Prognosen von Wirtschaftsinstituten die Inflationsrate auch in 2013 bei rund 2,0% sehen, könnten Sparer das Jahr noch einmal ohne Kaufkraftverlust ihres Kapitals abschließen. In Anbetracht der Horrorszenarien an den Finanzmärkten in 2011 und 2012 wäre das ein guter Ausblick.


Herr Dr. Ulrich Fielitz

tagesgeldvergleich.com
Forstweg 11
29313 Hambühren

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