Wegebahn – Roadtrain News: Tschu Tschu Bahn wird liquidiert!

Finanzkrise? Eurokrise? Vergnügungskrise? Bedeutet die europaweite Finanzkrise auch ein erschwertes Marketing und Vertrieb für Entwickler und Hersteller von Wegebahnen? Die derzeitige Lage ist wohl schwierig, wie man an der aktuellen Liquidation der Tschu Tschu Bahn aus Neumarkt in der Oberpfalz sehen kann. Gegenüber einer regionalen Tageszeitung wurde die Auflösung des Traditionsunternehmens auch von Seiten des Amtsgerichts Nürnberg bestätigt.

Noch im September 2012 war trotz der Finanzkrise im Euroraum nichts von solchen Problemen zu lesen, da war in einer Meldung „Tschu Tschu Bahnen erobern die Welt“ zu lesen. Es ist wohl richtig, die Bahnen wurden in rund 30 Länder weltweit verkauft. Ob im futuristischem Design oder in Anlehnung an nostalgische Züge waren die Bahnen in Hotelanlagen, Flughäfen, Messen oder Vergnügungsparks zu sehen bzw. sind auch noch zu sehen, denn solange die Bahnen laufen spielt für deren Betreiber die Sorge um Garantie und Wartung erstmal keine Rolle. Doch wie geht es nun weiter? Auf der internationalen EAS-Messe in Berlin im Oktober 2012 wurde den Interessenten noch ein neuer Investor, Herr Luc Goemaere aus Belgien, präsentiert der laut Vorortgesprächen einen großen Anteil der Gesellschaftsanteile von Herrn Bartholet übernehmen wollte. Die Pläne unter der seit 2007 bestehenden neuen Geschäftsleitung waren jüngst noch sehr positiv. Mit Elektrozügen wollte man sogar in den öffentlichen Personennahverkehr einsteigen und jetzt musste das Traditionsunternehmen endgültig aufgeben. Man fragt sich warum? Wie Eingangs beschrieben halten derzeit viele Unternehmen bzw. Betreiber Investitionen zurück, die Eurokrise greift um sich – auch in dieser Branche?! Gleichwohl liest man auch, insbesondere in Deutschland, vom wachsenden Markt eines innerdeutschen Städtetourismus. Liegen hier die Chancen für den erfolgreichen Vertrieb? Welche Möglichkeiten haben Hersteller von Wegebahnen solchen drastischen Maßnahmen wie einer Firmenliquidation zu entgehen? Dabei schien, zumindest von Außen, das Neumarkter Unternehmen „Tschu Tschu“ gut aufgestellt zu sein. Mit der Insolvenz im Jahr 2006, kaufte Roland Bartholet, mit seiner in der Schweiz ansässigen Bartholet Maschinenbau AG das Unternehmen. Was aus fachlicher Sicht, zunächst ein guter Schritt sein mag, sich mit anderen Leistungen im Tourismus und Vergnügungsbereich zu vernetzen (BMF kommt aus Bereichen wie Seilbahnbau u.a.). Aber anscheinend hat die BMF AG aus der Schweiz den Tschu Tschu Roadtrains das Leben nur verlängert, nicht aber wirklich gesichert. Derzeit kann über das weitere Vorgehen nur spekuliert werden, da sich über die Liquidation nur ein einziger aussagekräftiger Zeitungsbericht findet. Weder auf der Internetseite der BMF AG von Herrn Bartholet noch auf der Website der Tschu Tschu Bahn (Stand 12/2012) nimmt der Geschäftsführer, Herr Breschan hierzu persönlich Stellung. Beim Besuch der Website scheint alles noch beim Alten zu sein, da auf die beschlossene Liquidation vom Oktober 2012 bis heute nicht hingewiesen wird?! Auch auf der jährlichen Verbandstagung der Betreiber von Wegebahnen Anfang November 2012, bei dem insbesondere die Fa. Tschu-Tschu Fördermitglied ist, wurde der Beschluss zur Liquidation und dessen Antrag beim Amtsgericht Nürnberg den Mitgliedern verschwiegen. Der Geschäftsführer, Herr Andreas Breschan, sowie der angebliche neue Investor, Herr Luc Goemaere, präsentierten auf der Verbandstagung die Firma mit Ihren aktuellen Produkten, obwohl die Firma per Ende Oktober mit dem Liquidationsbeschluss nicht mehr bestand. Ein Verwirrspiel für neue Interessenten und bestehende Kunden?
30 Mitarbeiter sollen angeblich Ihren Arbeitsplatz verloren haben, so berichtet zumindest die regionale Tageszeitung (MZ). Der bisherige Geschäftsführer Andreas Breschan hat die Aufgabe des alleinigen Liquidators vom Amtsgericht zugesprochen bekommen. Laut Amtsgericht Nürnberg müsse nun der Liquidator eine Sperrfrist von 12 Monaten einhalten, in denen sich Gläubiger melden können, bevor die Firma „abgewickelt“ werden kann. Ein Insolvenzverfahren wurde nicht eingeleitet!
Um nochmals die Frage aufzugreifen: „Bleiben die Kunden auf Ihren Garantieansprüchen sitzen?“ Das wird 2013 noch zu klären sein. Sollten hier dem Unternehmen allerdings Gewährleistungen und Garantien von Kundenseite abverlangt werden, bleibt die Frage nach hierfür ausreichender Liquidität und Fachkräftekompetenz, um diesen Leistungen auch zu entsprechen.

Das Thema Wegebahn bleibt im Rahmen der Sonderfahrzeugbauten ein spannendes Thema über das weiterhin versucht wird neutral und informativ zu berichten, auch und insbesondere im Interesse von Neukunden. Der Markt der Hersteller ist in Deutschland nun leider ein weiteres Stück überschaubarer geworden. Bleibt künftigen Investoren nur der Weg nach Italien oder gar ins ferne Ausland, um sich als Betreiber von Wegebahnen zu betätigen? Eine Übersicht mit Vor- und Nachteilen aktueller Hersteller wird unsererseits im ersten Halbjahr 2013 aufgebaut; wir hoffen hier auf die kooperative Zusammenarbeit mit Verband und übersichtlichen Informationen der einzelnen Herstellerfirmen.

Der vorangegangene Artikel spiegelt unseren Markteindruck an Hand von Gesprächen, Telefonaten und Internetrecherchen wieder; wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern spiegeln einen temporären Informations- und Markteindruck.

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