IT-Müll durch Industrienationen

Schätzungen der Vereinten Nationen besagen, dass die Deutschen jedes Jahr zwei Millionen Tonnen an Elektroschrott produzieren. Fernseher, Computer oder DVD-Player sollen Verbraucher eigentlich über das deutsche Recyclingsystem entsorgen. Allerdings landet die größere Menge des IT-Schrottes in Afrika oder Asien. Stereoanlagen und Lautsprecherboxen werden wie Smartphones und Tablets verschifft. Auf der Suche nach verwertbaren Stoffen setzen sich afrikanische und asiatische Arbeiter giftigen Stoffen wie Arsen, Blei oder Cadmium aus. Daher empfehlen Umweltexperten, dass Sie Ihren IT-Müll durch nachhaltige Verfahren reduzieren.

Das Ende des IT-Schrottes

Millionen Tonnen an IT-Schrott gelangen nach Afrika. Ihn verschiffen Händler, sodass er in Metropolen wie die ghanaische Hauptstadt Accra gelangt. Dort steigt stetig schwarzer Qualm empor, weil zehntausende Menschen den Schrott verarbeiten. Mehr als 50.000 Personen leben auf einer gigantischen IT-Müllhalde. Kinder und Jugendliche verbrennen die Hardware. Auf der Suche nach Rohstoffen verarbeiten sie alte Kabel und Platinen. Ohne Schutzkleidung zertrümmern die Verzweifelten alte PC-Bildschirme und Röhrenfernseher. Sie suchen Stoffe wie Aluminium, Blei oder Kupfer. Händler kaufen diese Rohstoffe für Cent-Beiträge. Oftmals sind die gefährlichen Arbeiten die einzige Überlebensmöglichkeit für die Betroffenen. Dass die Tätigkeit krank macht, weil die giftigen Dämpfe die Organe schädigen, nehmen viele Kinder und Eltern in Kauf.

Die Herkunft des Schrottes

Der große Teil der Geräte, die auf den afrikanischen Deponien landet, kommt aus Industriestaaten wie Deutschland auf den Kontinent. Zwar hat die Bundesrepublik wie andere EU-Staaten das Basler Übereinkommen ratifiziert, wodurch der Export des IT-Schrottes verboten ist. Trotzdem entsorgen Händler ihren Schrott oftmals im Ausland, weil die Europäische Union für das korrekte Recycling der elektronischen Produkte die sogenannte E-Waste erhebt. Vielfach verschiffen Unternehmen den IT-Schrott nach Afrika. Dort verkaufen Zwischenhändler die alten Geräte mit einem Gewinn. Alleine in Accra kommen Monat für Monat rund 500 Container mit elektronischem Schrott aus Europa an. Funktionierende Geräte gehen über Händler in den Besitz von Einheimischen über. Allerdings bestehen rund 50 Prozent solcher Lieferungen aus Elektromüll, den Kinder und Jugendliche im Anschluss ausschlachten, um das Überleben zu sichern.

Nachteile der Verschrottung

Die Folgen von unsachgemäßer Verschrottung bedenken die Menschen, die ihren Fernseher oder Computer an einen unseriösen Händler übergeben, nur in den seltensten Fällen. Weil die Halbwertszeit der Geräte sinkt und sich Verbraucher immer schneller neue Rechner, Fernseher oder Mobiltelefone kaufen, steigt die Tonnage an IT-Schrott, der nach Afrika oder Asien gelangt. Die enthaltenen Materialien lassen sich nicht allesamt recyceln. Stattdessen setzen sich Kinder und Jugendliche den giftigen Stoffen aus: Cadmium, Blei oder Quecksilber sind gefährliche Materialien, die ihre Gesundheit belasten. Die Verarbeitung betrifft nicht nur die Menschen, die die Platinen verbrennen. Schließlich besteht die Gefahr, dass giftige Substanzen in das örtliche Grundwasser gelangen. Die Verseuchung von Luft und Boden ist eine weitere Folge, die Bauern und Anwohner betrifft. Auf lange Sicht drohen Schäden der Atmosphäre, sodass auch die Industrienationen direkt betroffen wären.

Vorteile nachhaltiger Verwertung

Defekte IT-Geräte bestehen oft aus unterschiedlichen Komponenten, die sich teils erneut nutzen lassen. Im Falle von Computern und anderer Hardware spezialisierten sich Fachhändler, die die IT-Geräte fachgerecht ausschlachten. Defekte Teile recyceln seriöse Anbieter fachgerecht. Dabei kümmern sich diese Unternehmen um ein umweltschonendes Extrahieren von Rohstoffen, die sich erneut nutzen lassen. Das Gold aus Mainboards oder das Platin von Prozessoren gewinnen diese Anbieter, die Rohstoffe an Produzenten verkaufen. Funktionsfähige Komponenten verbauen solche Unternehmen in weitere Rechner, sodass eine nachhaltigere Nutzung möglich ist. Händler tragen auf diese Weise dazu bei, dass die Umwelt weniger belastet wird. Schließlich ist die Rückgewinnung alter Hardware wesentlich ökologischer.

Wege des Recyclings

Es gibt mehrere Wege, um Hardware fachgerecht zu entsorgen. Eine einfache Option ist die Abgabe beim örtlichen Recyclinghof. Außerdem müssen Händler beim Kauf von ähnlichen Produkten das Altgerät in Empfang nehmen, um eine fachgerechte Entsorgung durchzuführen. Manche Hersteller nehmen alte Geräte ebenfalls von Endkunden zurück. Ein Beispiel ist der IT-Produzent Apple, der für alte MacBooks oder iPads sogar zahlt. Allerdings sind solche Aktionen eher selten. Wenn Sie sich um eine ökologische und nachhaltige Entsorgung Ihrer alten IT-Produkte sorgen, sollten Sie im Falle von Computern und anderer IT-Hardware zunächst einen Experten wie z.B. „Servion“ aufsuchen. Schließlich lassen sich zahlreiche Geräte reparieren. Andernfalls sind Komponenten weiterhin nutzbar, sodass Sie die Umwelt durch die Entsorgung von defekten Einzelteilen nicht so stark belasten.

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