Die fünf Schlüsselfaktoren für erfolgreiches Produktdesign

Die Industrie hat die Bedeutung des Erfolgsfaktors Produktdesign erkannt. Doch was macht erfolgreiches Produktdesign wirklich aus? Kann Produktdesign die Erfolgschancen eines Produktes entscheidend verbessern?

Die fünf Schlüsselfaktoren für erfolgreiches Produktdesign

Klaus Botta erhält 50sten Designpreis

Der diplomierte Industriedesigner Klaus Botta aus dem hessischen Königstein entwickelt seit mehr als 25 Jahren Produkte für Unternehmen wie Siemens, Junghans, Volkswagen und Tupperware. Seine Produkte wurden in die Sammlungen nationaler und internationaler Museen aufgenommen. Er berät Unternehmer zu den Themen Produktentwicklung und Design als Erfolgsfaktor. Soeben wurde ihm die 50. Design-Auszeichnung für seine Arbeiten verliehen.

Klaus Botta: Produktentwicklung ist ein komplexer Vorgang. Aber nach meiner Erfahrung sind es vor allem fünf wesentliche Faktoren, die maßgeblich für erfolgreiches Produktdesign verantwortlich sind.

Erfolgsfaktor Nr. 1: Entwicklung von Maßanfertigungen

In der frühsten Entwicklungsstufe, der Konzeptphase, wird die Genetik eines Produktes bestimmt. Idealer Weise sollten schon an diesem Punkt das Designteam in die Entwicklung einbezogen werden. Dabei sollten die Designer zunächst genau analysieren, wofür die Marke steht und was sie von anderen unterscheidet. Was die Kunden an den Produkten besonders schätzen und vor allem: Was das neue Produkt besser machen soll.
Die genaue Analyse der Marken- und Produktvorzüge ist wichtig, um ein klares Zielkonzept zu entwickeln. Denn nur wenn der Designer den Auftraggeber gut kennt und versteht, kann er ein optimales Produkt für seine Unternehmensstruktur entwickeln. Der gesamte Entwicklungsprozess läuft dadurch wesentlich zielgerichteter, glatter und harmonischer. Nur wenn man ein klares Ziel vor Augen hat, vermeidet man Irrwege.
Für das Produktdesign ist die Auftraggeber-Analyse sogar deutlich wichtiger als die Analyse der Wettbewerbsituation. Die Marktanalyse erlaubt immer nur den Rückblick auf Bestehendes, während der Designer den Blick auf die Zukunft seines Auftraggebers richten sollte.

Erfolgsfaktor Nr. 2: Produkte von der Funktion ausgehend gestalten.

Es gibt ganz unterschiedliche Auffassungen von Design. Oft wird es als die “schöne Hülle”, missverstanden, die einem Produkt übergestreift wird. Das hat wenig mit professionellem Industriedesign zu tun, sondern ist einfach oberflächliches Styling.
Erfolgreiche Produktgestaltung geht immer von der Funktion eines Produktes aus. Wie ein guter Architekt entwerfen gute Designer von innen nach außen.
Design und Funktion sind untrennbar miteinander verbunden. Das heißt, die Form ist die logische Konsequenz der Funktion und bildet mit ihr eine Einheit.
Auf der anderen Seit ist reiner Funktionalismus heute zu wenig. Ein Produkt muss immer auch attraktiv und innovativ sein. Das Ziel sollte sein, jedem Produkt eine Besonderheit zu verleihen, eine neuartige Komponente, einen “Aha-Effekt”. Bei jedem Produkt lässt sich so ein Ansatzpunkt finden. Ein guter Produktdesigner muss in der Lage sein, diesen Ansatzpunkt zu erkennen und zu einem Produktvorteil herauszukristallisieren.

Erfolgsfaktor Nr. 3: Produkte aus unternehmerischer Sicht entwickeln.

Design kann nur dann erfolgreich sein, wenn es für den Auftraggeber technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist. Der Designer muss deshalb unternehmerisch denken können und über weitreichende technische Kenntnisse verfügen. Das ist unabdingbar für die Entwicklung komplexer Geräte und für die Einschätzung der späteren Umsetzbarkeit. Während der Produktentwicklung müssen die Produktdesigner sehr eng mit Konstrukteuren und Technikern zusammenarbeiten – darum muss ein Designer die Sprache der angrenzenden Disziplinen (Technik, Konstruktion, Fertigung, Marketing und Kalkulation) sprechen. Selbst wissenschaftliche Themen gehören zum Alltag eines Industriedesigners.

Erfolgsfaktor Nr. 4: Entwicklung mit Weitsicht.

Produkte werden nicht für die Gegenwart gemacht, schon gar nicht für die Vergangenheit; sie müssen sich ausschließlich in der Zukunft bewähren. Sie treten damit im Laufe ihres Lebenszyklus auch gegen Wettbewerbsprodukte an, die aktuell noch gar nicht bekannt sind.
Je nach Produktkategorie dauert die Entwicklung mehrere Jahre, der Lebenszyklus der Geräte häufig zehn Jahre oder länger. Damit Produkte auch nach vielen Jahren noch am Markt bestehen können, ist Weitsicht unabdingbar. Um die zu erreichen, muss sich ein Produktgestalter stets in angrenzenden Bereichen wie Technologie, Kultur, Soziologie und Wirtschaft bewegen, und diese Einflüsse auf seine Arbeit übertragen. Wirklich gute Designer sind aufgeschlossen, neugierig und haben Freude an der Entwicklung von Produkten. Ihnen gelingt das Verlassen der Ego-Perspektive zugunsten einer globaleren Sicht der Dinge.
Gute Designer denken immer ihrer Zeit voraus, verlieren dabei aber nie den Bezug zur Realität.

Erfolgsfaktor 5: Die klassischen Tugenden.

Anders als oft vermutet, sind die erfolgreichsten Produktdesigner gerade nicht die “chaotischen Kreativen”. Eine erfolgreiche Arbeitsweise ist vielmehr geprägt von den klassischen Tugenden wie Verlässlichkeit, Gründlichkeit, Zielstrebigkeit und Engagement.
Diese Tugenden sind unverzichtbar, um die Kraft der anderen vier Faktoren voll entfalten zu können. Sie helfen dabei, die Kreativität zu kanalisieren und überzeugende Ergebnisse zum richtigen Zeitpunkt zu liefern.
Nur mit den klassischen Tugenden kann das Design nahtlos und effizient in den Entwicklungsprozess integriert werden.

Fazit: Werden diese fünf Schlüsselfaktoren bei der Entwicklung einer Produktneuheit beachtet, ist die Genetik des Produktes auf Erfolg programmiert. Man kann jedes bestehende Produkt am Markt daraufhin untersuchen und wird feststellen: bei erfolgreichen Produkten sind diese fünf Schlüsselfaktoren garantiert erfüllt.

Weitere Informationen über Klaus Botta und seine Arbeiten finden Sie auf seiner Website: Botta-Design

Botta-Design ist ein außergewöhnliches Unternehmen: Die Marke ist Uhrenhersteller und Büro für Produktgestaltung zugleich. Der diplomierte Industriedesigner Klaus Botta aus dem hessischen Königstein entwickelt seit mehr als 25 Jahren Produkte für Unternehmen wie Siemens, Junghans, Volkswagen und Tupperware. Bereits 1986 entwickelte Klaus Botta die Einzeigeruhr UNO. Er gilt seitdem als Pionier der Einzeigeruhr und hat sich einen Namen mit seiner Kollektion konzeptionell und gestalterisch außergewöhnlicher Uhren gemacht.
Seine Arbeiten wurden in die Sammlungen renommierter Museen weltweit aufgenommen und avancierten zu Designklassikern.

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