Bayern Kapital: Wachstumsfonds Bayern mobilisiert 127 Millionen Euro für Unternehmen in ganz Bayern

Landshut, 07. Dezember 2016. Rund 18 Millionen Euro aus dem Wachstumsfonds Bayern hat Bayern Kapital bislang in junge Unternehmen aus Bayern investiert. Gemeinsam mit privaten Partnern konnte die Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern damit insgesamt 127 Millionen Euro an Wachstumskapital mobilisieren. Bayern Kapital war im vergangenen Jahr mit der Verwaltung des mit 100 Millionen Euro ausgestatteten Wachstumsfonds Bayern beauftragt worden. Ziel des von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner initiierten Fonds ist die Förderung bayerischer High-Tech-Unternehmen in Wachstumsphasen. Gerade für innovative Unternehmen, die international expandieren oder ihre Produktpalette erweitern möchten, schließt der Wachstumsfonds Bayern als Partner von privaten Kapitalgebern Finanzierungslücken.

Der Wachstumsfonds Bayern steht innovativen, technologie- und wachstumsorientierten Unternehmen aller Branchen im Freistaat offen. Nach dem ersten Jahr fällt die Bilanz ausgesprochen positiv aus: „Damit ein Unternehmen erfolgreich wachsen kann, ist auch nach der Gründungsphase eine passende Finanzierung notwendig. Eigenkapitalbeteiligungen können flexibler auf die Bedürfnisse junger Unternehmen eingehen als andere Finanzierungsformen. Dieses Eigenkapital stellt der Freistaat Bayern durch den Wachstumsfonds Bayern bereit. Unsere eigenen Ziele, sowohl bei der Anzahl der Beteiligungen als auch bei der Hebelwirkung, haben wir bereits jetzt deutlich übertroffen“, erklärt Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Zu den Beteiligungsnehmern des Wachstumsfonds Bayern zählt die eGym GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in München hat hochmoderne Fitnessgeräte für besonders effektives Gerätetraining entwickelt, die sich mit einer speziellen Software steuern und optimal auf die Nutzer einstellen lassen. Zudem sind sie mit dem Internet verbunden, sodass Trainingsdaten automatisch mit der eGym-Plattform synchronisiert werden und den Nutzern über Website und App zugänglich sind. Die Nutzer können sich mit anderen austauschen und Trainer können optimale Trainingspläne erstellen. Das Gesamtvolumen der C-Finanzierungsrunde betrug rund 42 Millionen Euro.

Die in Würzburg ansässige vasopharm GmbH konnte mit Hilfe des Wachstumsfonds Bayern zusätzliches Eigenkapital in Höhe von über 20 Millionen Euro mobilisieren. vasopharm ist ein forschendes, biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf Medikamente für die Behandlung von Schädel-Hirn-Traumata spezialisiert hat: Gehirnverletzungen in Folge eines starken Schlags oder Stoßes auf den Schädel bei Unfällen oder Stürzen. Das frische Kapital will vasopharm vor allem für die klinische Entwicklung und die Marktzulassung seiner wichtigsten Substanz VAS203 einsetzen. VAS203 reduziert die fatalen Folgen einer traumatischen Kopfverletzung und kann zum Beispiel den lebensbedrohlichen Anstieg des Hirndrucks verringern. Der innovative Wirkstoff wird nun im Rahmen einer klinischen Phase-III-Multicenterstudie europaweit für circa drei Jahre in mehr als 30 speziellen Trauma-Zentren getestet.

Die Shore GmbH in München ist führend bei webbasierten Business-Lösungen für lokale Dienstleister und bietet einen unkomplizierten und vor allem kostengünstigen Schlüssel zur Digitalisierung. Von den Software-Lösungen von Shore profitieren Sportanbieter, Ärzte, Handwerksbetriebe und andere Dienstleister. Zudem arbeitet Shore auch mit größeren Kunden zusammen, die Software-Lösungen von Shore für ihre Filialnetze einsetzen. Dazu gehören unter anderem die Online-Terminbuchung, ein CRM-System und ein iPad-basiertes Kassensystem. Die Lösungen von Shore werden heute bereits von mehr als 9000 Dienstleistern eingesetzt, die rund eine Million Terminbuchungen pro Monat über die Shore-Plattform managen. Das rasante Wachstum des Unternehmens zeigt sich auch in den steigenden Mitarbeiterzahlen: In weniger als vier Jahren wuchs das international aufgestellte Team auf über 200 Personen. Das Unternehmen hat seit seiner Gründung bewiesen, dass es die Anforderungen eines stark wachsenden Marktes fortlaufend erkennt und konnte damit 2016 eine Finanzierungsrunde über rund 20 Millionen Euro abschließen.

Ziel der THEVA GmbH aus Ismaning ist es, die Kosten für Supraleiter durch Serienfertigung auf das Äquivalent von Kupfer zu senken und für die unverändert hohe Nachfrage ausreichend Material zur Verfügung zu stellen. Dank eines patentierten Verfahrens und selbst konzipierten Fertigungsanlagen ist es dem Unternehmen möglich, hochwertige Supraleiter in Serie zu produzieren. THEVA ist unter anderem in einem Konsortium im Projekt EcoSwing am Bau der größten Windturbine mit Supraleiter-Technologie für den Realbetrieb beteiligt. Mit 6,4 Millionen Euro frischem Kapital soll dem Unternehmen weiteres Wachstum ermöglicht werden.

Die numares AG mit Sitz in Regensburg und internationalen Niederlassungen entwickelt und vermarktet integrierte Testsysteme für die Humandiagnostik auf Basis der Kernspinresonanz (NMR)-Spektroskopie. Die diagnostischen Tests interpretieren die individuellen Stoffwechselabbilder der Patienten mit Hilfe der von numares entwickelten proprietären MGS-Technologie und liefern wertvolle Informationen über Entstehung, Ausmaß und Schweregrad von Krankheiten. In den vergangenen zwei Jahren wurden mehr als 900.000 Tests abgerechnet sowie 16 AXINON®-Testsysteme verkauft. Der Wachstumsfonds Bayern beteiligte sich mit 2 Millionen Euro an der Finanzierungsrunde, die zum Ausbau der Entwicklungspipeline und der internationalen Expansion genutzt wird.

Die 2002 aus der Universität Regensburg heraus gegründete Lophius Biosciences GmbH verfügt über zwei verschiedene Technologieplattformen und entwickelt und vermarktet seit 2008 innovative T-Zell basierte Diagnostik-Tests, Forschungstools und Diagnostiklösungen im Bereich der Infektions- und Autoimmunerkrankungen. Mit zusätzlichem Eigenkapital von 4,25 Millionen Euro sollen insbesondere in die Entwicklung eines neuartigen In-vitro-Diagnostikums zum Nachweis einer aktiven Tuberkulose investiert und die laufenden klinischen Studien des T-Track CMV auf Grundlage der zweiten Lophius-Technologieplattform abgeschlossen werden.

Das Biotech-Unternehmen immunic AG aus Martinsried wurde im April 2016 gegründet. Im Fokus steht die Entwicklung von oral verfügbaren, immunmodulatorischen Wirkstoffen, mit denen Erkrankungen mit immunologischem oder autoimmunologischem Hintergrund – wie beispielsweise Psoriasis – behandelt werden sollen. Immunic entwickelt dabei Medikamentenkandidaten bis hin zum ersten Nachweis ihrer klinischen Wirksamkeit. Die Mittel aus der ersten Finanzierungsrunde mit einem Gesamtvolumen von 17,5 Millionen Euro sollen in die beschleunigte Entwicklung von oral zu verabreichende Therapien für Patienten investiert werden.

Die AMW GmbH aus dem oberbayerischen Warngau hat sich seit ihrer Gründung 2008 zu einem erfolgreichen Spezialunternehmen für Wirkstoffimplantate sowie transdermale Systeme entwickelt. Mit seinen Drug-Delivery-Systemen bedient das Unternehmen ein weltweit schnell wachsendes und hochdynamisches Segment des Pharmamarktes. Dabei werden dem Patienten genau dosierte Arzneimittel über Pflaster (transdermal) oder über Implantate (subkutan) verabreicht. AMW bietet therapeutische Lösungen für die weltweit stark wachsenden Bereiche Onkologie, Neurologie und Psychiatrie, Schmerzbehandlung, Empfängnisverhütung und Diabetes an. Die neue Finanzierungsrunde dient dem weiteren Ausbau des innovativen Produktportfolios und der Sicherstellung des Wachstums unter anderem durch eine Erhöhung der Produktionskapazitäten, um die Nachfrage der Kunden bedienen zu können.

„Die Unternehmen, die Mittel des Wachstumsfonds Bayern erhalten haben, machen deutlich, dass es in ganz Bayern eine hohe Innovationskraft gibt. Basis für dieses Potenzial sind die ausgezeichneten bayerischen Forschungseinrichtungen“, erläutert Roman Huber, einer der beiden Geschäftsführer von Bayern Kapital. „Der Wachstumsfonds Bayern hat das Angebot an öffentlichen Finanzierungsmöglichkeiten für bayerische High-Tech-Unternehmen deutlich erweitert. Wir sind damit in der Lage, als partnerschaftlicher Mitinvestor von privaten Investoren Start-ups weitere Wachstumsschritte zu ermöglichen – etwa um das Produktangebot auszubauen, international zu expandieren oder teure Zulassungsstudien in Auftrag zu geben“, so Roman Huber weiter.

„Wenn Bayern Kapital sich zur Mitfinanzierung entschließt, ist das für die privaten Investoren eine Maßnahme, die Vertrauen schafft und weitere Investoren anzieht. Wir stellen den aufstrebenden Unternehmen damit nicht nur das Geld aus dem Wachstumsfonds Bayern zur Verfügung, sondern schaffen auch die Basis dafür, dass die Unternehmen Zugang zu anderen Kapitalgebern und zusätzlichem Eigenkapital finden“, erklärt Dr. Georg Ried, Geschäftsführer von Bayern Kapital.

Der Wachstumsfonds Bayern ist mit Mitteln in Höhe von 100 Millionen Euro ausgestattet. Pro Unternehmen können zwei bis acht Millionen Euro investiert werden. Das ermöglicht mehr und größere Finanzierungen für innovative bayerische Start-ups und KMU. Die Beteiligungen erfolgen nur gemeinsam mit privaten Investoren (VC-Gesellschaften, Corporate-VCs, Family Offices, Business Angels) zu gleichen Bedingungen wie diese („pari passu“). Das heißt: Der Erfolg des Investments wird ohne Bevorzugung einer Seite verteilt.

Über Bayern Kapital:
Die Bayern Kapital GmbH mit Sitz in Landshut wurde auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung 1995 als 100-prozentige Tochtergesellschaft der LfA Förderbank Bayern gegründet. Bayern Kapital stellt als Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern den Gründern innovativer High-Tech-Unternehmen und jungen, innovativen Technologieunternehmen in Bayern Beteiligungskapital inklusive der Wachstumsphase zur Verfügung. Bayern Kapital verwaltet derzeit elf Beteiligungsfonds mit einem Beteiligungsvolumen von rund 340 Millionen Euro. Bislang hat Bayern Kapital rund 238 Millionen Euro Beteiligungskapital in 250 innovative technologieorientierte Unternehmen aus verschiedensten Branchen investiert, darunter Life Sciences, Software & IT, Medizintechnik, Werkstoffe & Neue Materialien, Nanotechnologie sowie Umwelttechnologie. So sind in Bayern über 5000 Arbeitsplätze dauerhaft in zukunftsfähigen Unternehmen entstanden. www.bayernkapital.de

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