Albtraum Privatinsolvenz – mit einer Schuldnerberatung Auswege finden

Kalendernotiz Schuldnerberatung

Sich größere Träume in kürzerer Zeit zu erfüllen, hat Konjunktur: Die Plattformen für Online-Kredite boomen, immer mehr Kaufhäuser locken mit den sogenannten 0%-Finanzierungen und die Kreditanfragen bei der Schufa steigen. Immer mehr Menschen tendieren dazu, sich Geld zu leihen, statt für teurere Anschaffungen lange sparen zu müssen. Manch einer überschätzt seine finanziellen Möglichkeiten dabei allerdings und häuft Schulden an, die er nicht wieder abtragen kann. Die Privatinsolvenz droht.

Steigende Zahlen der Insolvenzen

Der Trend der letzten zehn Jahre zeigt: Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist von unter 10.000 auf etwa 100.000 im Jahr gestiegen, wenngleich die Zahl innerhalb der letzten 3 Jahre wieder rückläufig war. Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands, Nordrhein-Westfalen, schlägt sich der dennoch ansteigende Trend nieder. Wurden 2008 noch ca. 5555 Verbraucherinsolvenzen verzeichnet, waren es 2013 bereits 6054 Insolvenzen. In der Stadt mit Nordrhein-Westfalens meisten Einwohnern, Köln, zeigt sich die Zahl der Insolvenzverfahren etwa gleichbleibend: Für 2008 konnten 359 Verfahren ermittelt werden, 2013 waren es 357.

Was ist die Privatinsolvenz?

Was ist eine Privatinsolvenz? Als Insolvenz wird eine Zahlungsunfähigkeit bezeichnet, die im Falle der Privat- oder Verbraucherinsolvenz eine private Person betrifft. Im Rahmen dieses Verfahrens soll der Schuldenberg einer betroffenen Person abgebaut und damit die Zahlungsfähigkeit wieder hergestellt werden.

Im gleichen Zuge sollen die Forderungen der Gläubiger – also derer, bei denen die Schulden bestehen – beglichen werden. Ein Verbraucherinsolvenzverfahren dauert nach deutschem Recht etwa sechs Jahre, wobei 2014 eine Neuregelung in Kraft getreten ist, welche die Zeitspanne unter bestimmten Voraussetzungen auf drei Jahre begrenzt. Der Schlüssel zur Schuldenfreiheit ist das sogenannte Restschuldbefreiungsverfahren, welches in der Insolvenzordnung geregelt ist.

Betroffene sind nicht allein

Der Privatinsolvenz geht eine Überschuldung voraus. Die Gründe hierfür können sehr unterschiedlich sein und von maßlosem Konsum über eine teure Scheidung bis hin zur Arbeitslosigkeit reichen. Meist schämen sich Betroffene für ihre Situation, sodass sie Hemmungen haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dass in Köln die Anzahl der Insolvenzverfahren bei landesweitem Anstieg gleichbleibend ist, spricht für einen unkomplizierten Zugang zu einer guten Schuldnerberatung. Für die Mitarbeiter der Schuldnerberatung Köln sind die Gründe, aus denen Menschen sich überschuldet haben, unerheblich. Sie stellen ihr Beratungsangebot allen zur Verfügung, die auf kompetente Hilfe angewiesen sind, weil sie sich bereits in einer Überschuldung befinden oder von ihr bedroht sind. In einem ersten persönlichen oder telefonischen Beratungsgespräch, das völlig unverbindlich ist, analysieren sie die Situation des Betroffenen und geben eine vorläufige Einschätzung.

Bei weiterer Inanspruchnahme der Beratung ist das oberste Ziel eine Insolvenzvermeidung, soweit diese möglich ist. Sollte die Bestandsaufnahme zeigen, dass eine Vermeidung der Insolvenz wirtschaftlich nicht sinnvoll oder tragbar ist, stehen die kompetenten Mitarbeiter auch bei der Antragsstellung für das Insolvenzverfahren mit Rat und Tat zur Seite.

Wie funktioniert die Schuldnerberatung?

    • Erfassung der Masse an Gesamtschulden

Hierfür ist es sinnvoll, alle Gläubiger mit den dazugehörigen Forderungen aufzulisten. Alternativ können auch alle Mahnung und offenen Rechnungen zur Schuldnerberatung mitgebracht werden. Wichtig hierbei: Es darf kein Gläubiger vergessen werden! Wird ein Gläubiger übersehen, kann dieser das Insolvenzverfahren auch kurz vor dem Ende noch zum Scheitern bringen.

    • Errechnung der monatlichen Gesamtrate

Im nächsten Schritt wird die Gesamtrate für alle Gläubiger ermittelt, die für den Schuldner monatlich vertretbar ist. In diese monatliche Rate wird auch das Honorar der Schuldnerberatung mit hineingerechnet. Der Betroffene muss also keine Angst vor möglichen Folgekosten durch die Beratung haben.

    • Vergleichsverhandlungen mit den Gläubigern

Ist die Gesamtrate ermittelt, tritt der Schuldenberater in Vergleichsverhandlungen mit den Gläubigern. Hierbei versucht der Schuldnerberater eventuell auch, bei Gläubigern mit niedrigen Forderungen einen Erlass oder zumindest eine Reduzierung der Schulden zu erwirken.

    • Erstellung und Umsetzung des Schuldenregulierungsplanes

Gelingen die Vergleichsverhandlungen, wird ein außergerichtlicher Schuldenregulierungsplan erstellt. Dieser wird dann nach geltendem Insolvenzrecht umgesetzt. Dies heißt im Detail, dass der Schuldner auch während der sogenannten Wohlverhaltensphase einen gewissen Selbstbehalt hat, von diesem er Kosten wie Miete oder Lebensmitteleinkäufe begleichen kann. Eine Privatinsolvenz bedeutet also nicht die gänzliche Verarmung, wie von vielen Betroffenen befürchtet.

Das Ziel der Schuldnerberatung ist, den Betroffenen innerhalb von sechs Jahren von seinen Schulden zu befreien und ihm dabei die völlige Selbstständigkeit zu erhalten. Hierzu zählt auch, dass Immobilienbesitzer ihre Immobilien behalten können sollen, soweit dies wirtschaftlich tragbar ist.

Wie viel Geld bleibt mir?

Wie viel Geld dem von der Privatinsolvenz Betroffenen bleibt, hängt von der Höhe des Netto-Einkommens und der Zahl Unterhaltsverpflichtungen ab. Das heißt, je nachdem, wie vielen Menschen gegenüber der Betroffene unterhaltspflichtig ist, also beispielsweise seines Ehegatten oder seiner Kinder gegenüber, desto höher ist der Pfändungsfreibetrag. Gepfändet wird hierbei allerdings auch immer ein Teil des Netto-, nicht des Bruttoeinkommens. Genauso sind bestimmte Zulagen wie etwa das Weihnachtsgeld nur bedingt pfändbar. Welcher Teil des Einkommens unter welchen Bedingungen pfändbar ist, zeigt die amtliche Pfändungstabelle.
Nicht immer muss eine Privatinsolvenz der letzte Ausweg aus der Schuldenfalle sein. Mit der kompetenten Hilfe eines Schuldnerberaters ist bei rechtzeitiger Inanspruchnahme auch ein anderer Weg aus der Überschuldung möglich.

Abbildung 1: © Gina Sanders – Fotolia.com

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